Unordnung kostet nicht nur Platz, Zeit und Nerven. Sie kann auch erstaunlich viel Geld kosten. In meiner Arbeit als Aufräum-Coach erlebe ich immer wieder, dass Dinge neu gekauft werden, obwohl sie im Haushalt bereits vorhanden sind. Sie sind nur gerade nicht auffindbar.
Besonders leicht passiert das bei günstigen Alltagsgegenständen. Ein paar Franken für einen Küchenhelfer, neue Batterien oder etwas Dekoration scheinen nicht weiter ins Gewicht zu fallen. Genau darin liegt das Problem: Der einzelne Kauf fühlt sich günstig an. Die Summe all dieser kleinen Käufe bleibt dagegen meistens unsichtbar.

Warum wir Dinge nachkaufen, die wir bereits besitzen
Wenn du etwas brauchst und nicht findest, suchst du vermutlich eine Weile danach. Irgendwann kommt jedoch der Punkt, an dem es einfacher erscheint, den Gegenstand noch einmal zu kaufen. Das ist nachvollziehbar. Wer bereits mehrere Schränke, Schubladen oder Kisten durchsucht hat, möchte nicht noch eine Stunde weitersuchen.
Gleichzeitig sind viele Haushaltsartikel heute schnell und günstig verfügbar. Discounter, Sonderangebote und Lieferdienste senken die Hemmschwelle zusätzlich. Für fünf oder zehn Franken weiterzusuchen, erscheint kaum sinnvoll. Also landet der Artikel noch einmal im Einkaufskorb.
Betrachtet man nur diesen einen Einkauf, ist der Betrag tatsächlich gering. Über Monate und Jahre sieht die Rechnung anders aus. Viele kleine Nachkäufe summieren sich, während gleichzeitig immer mehr Gegenstände in den Haushalt kommen. Dadurch wird es schwieriger, den Überblick zu behalten.
Aus dem Nichtfinden entsteht so ein Kreislauf: Was nicht auffindbar ist, wird ersetzt. Der Ersatz erhöht die vorhandene Menge und eine grössere Menge macht es wiederum schwieriger, Dinge zu finden.

Wenn Weihnachten jedes Jahr wieder neu gekauft wird
Besonders deutlich zeigt sich dieser Kreislauf bei saisonalen Dingen. Weihnachten, Ostern oder Halloween kommen zuverlässig jedes Jahr. Trotzdem werden Dekorationen häufig neu gekauft, obwohl aus den vergangenen Jahren bereits einiges vorhanden ist.
Du weisst vielleicht, dass irgendwo noch Weihnachtsdekoration aufbewahrt wird. Doch in welcher Kiste sind die Lichterketten? Wo liegen die Kerzenhalter? Gibt es noch genügend Kugeln für den Baum? Wenn die Sachen auf verschiedene Orte verteilt sind oder die Behälter nicht zugänglich sind, fehlt der Überblick. Gleichzeitig stehen in den Geschäften überall neue Dekorationen. Vieles kostet nur wenige Franken. Eine neue Lichterkette, ein paar Anhänger oder Kerzen mitzunehmen, erscheint einfacher, als sämtliche Kisten zu durchsuchen.
Nach Weihnachten muss dann nicht nur die alte, sondern auch die neu gekaufte Dekoration wieder verstaut werden. Ein Jahr später ist mehr vorhanden als zuvor, ohne dass der Überblick besser geworden ist. Genau hier wird aus einem kleinen Einkauf ein langfristiges Problem.
Dieser Mechanismus beschränkt sich natürlich nicht nur auf saisonale Dinge: Im Alltag betrifft er genauso Batterien, Reinigungsmittel, Küchenutensilien, Werkzeug oder andere Sachen, die nur gelegentlich gebraucht werden. Gerade kleine Beträge fallen dabei kaum auf und können sich über längere Zeit aber erheblich summieren.

Bei Lebensmitteln kommt noch das Wegwerfen hinzu
Lebensmittel machen die finanziellen Folgen besonders deutlich, denn hier kann Unübersichtlichkeit gleich auf zwei Arten Geld kosten.
In einem vollen Vorratsschrank stehen Produkte hintereinander oder verteilen sich auf unterschiedliche Ablageorte. Im Kühlschrank verschwinden Lebensmittel hinter anderen Verpackungen. Im Tiefkühler geraten ältere Vorräte nach unten und werden vergessen.
Vor dem Einkauf fehlt dann eine einfache Information: Was habe ich eigentlich noch zu Hause? Zur Sicherheit wird noch eine Packung gekauft. Gleichzeitig erreicht eine bereits vorhandene ihr Ablaufdatum oder ein frisches Lebensmittel verdirbt, weil es nicht rechtzeitig gesehen und verwendet wurde.
Das Geld ist damit nicht nur für einen unnötigen zusätzlichen Einkauf ausgegeben worden. Ein Teil der bereits bezahlten Lebensmittel landet möglicherweise im Abfall. Gerade bei Lebensmitteln kann es sich deshalb lohnen, weniger Vorräte zu haben, dafür aber zu wissen, was tatsächlich vorhanden ist.

Billig ist nicht dasselbe wie günstig
Ein Gegenstand für fünf Franken ist billig. Wenn du ihn mehrfach kaufst, obwohl du nur einen brauchst, sieht die Rechnung bereits anders aus. Der niedrige Preis hat noch einen weiteren Effekt: Wir denken über solche Ausgaben kaum nach. Bei einer Anschaffung für mehrere hundert Franken prüfen wir normalerweise, ob wir sie wirklich brauchen. Bei einem Artikel für fünf Franken fällt diese Kontrolle oft weg.
Genau deshalb werden die tatsächlichen Kosten von Unordnung leicht unterschätzt. Sie erscheinen nicht als grosse Rechnung. Sie verteilen sich auf viele kleine Einkäufe über einen langen Zeitraum. Dazu kommt ein weiterer Preis, der auf keinem Kassenzettel steht: Jeder zusätzliche Gegenstand braucht Platz. Je mehr vorhanden ist, desto schwieriger kann es werden, den Überblick über den eigenen Besitz zu behalten.

Ordnung kann auch bedeuten, Geld zu sparen
Um diesen Kreislauf zu unterbrechen, braucht es keinen perfekt organisierten Haushalt. Viel wichtiger ist eine gewisse Übersicht. Ähnliche Dinge an einem Ort aufzubewahren, Vorräte sichtbar zu machen und saisonale Artikel gemeinsam zu verstauen, kann bereits einen grossen Unterschied machen.
Vor einem erneuten Kauf lohnt sich ausserdem eine einfache Frage:
Habe ich das wirklich nicht mehr oder finde ich es gerade nur nicht?
Manchmal ist die Suche lästig. Trotzdem kann sie sich mehr lohnen als das nächste Sonderangebot.
Ordnung bedeutet deshalb nicht nur, dass eine Wohnung aufgeräumter aussieht. Sie hilft dir zu erkennen, was bereits vorhanden ist, was tatsächlich gebraucht wird und was du nicht noch einmal kaufen musst. Und damit kann Ordnung auf Dauer ganz konkret Geld sparen.

Wenn du den Überblick über deine Dinge verloren hast und alleine nicht weiterkommst, unterstütze ich dich dabei, wieder eine alltagstaugliche Ordnung zu schaffen. Nimm gerne Kontakt mit mir auf und wir schauen gemeinsam, was für dich möglich ist.
Mehr Infos zum Thema findest du im Blog.
