Zwischenlager im Haushalt

Vielleicht kennst du das: Zwischenlager im Haushalt entstehen oft unbemerkt. Es ist kurz vor Weihnachten, der Besuch kündigt sich an, und plötzlich merkst du, dass überall Dinge herumliegen, für die du gerade keinen Platz hast. Also schnell alles in Säcke oder Kisten stopfen, ab in den Keller, in die Garage oder hinter den Vorhang. Hauptsache, es sieht ordentlich aus. So entsteht das erste Zwischenlager. Und meist bleibt es nicht bei einem.

Wenn Zwischenlager zur Dauerlösung werden

Mit der Zeit geraten diese Dinge in Vergessenheit. Stifte, Spielzeug, Bücher, Kleinkram. Sie liegen in Säcken, Kartons, Schubladen. Manchmal weißt du gar nicht mehr, was eigentlich drin ist. Und wenn etwas fehlt, wird es neu gekauft. So wächst der Überfluss, still, unsichtbar und stetig.

Doch das Leben bleibt nicht stehen. Es kommt wieder Weihnachten, Ostern, Besuch, die nächste Jahreszeit. Und jedes Mal wieder derselbe Kreislauf: Neues wird hineingestopft, Altes bleibt liegen. Bis du die Ecken mit Tüchern abhängst, weil du den Anblick nicht mehr erträgst. Die Garage ist voll, der Keller ist voll, selbst in der Wohnung ist kaum noch Platz. Das Zuhause wird zum Zwischenlager für Zwischenlager.

Und dann? Dann wird es schwer, überhaupt noch anzufangen. Der Gedanke, das alles wieder durchzugehen, fühlt sich an wie eine Aufgabe für Jahre.

Logo  als Platzhalter zum Thema Zwischenlager: Esther Schippert Ordnungs-Training

Wenn Unordnung die Familie belastet

Während die Säcke und Kartons still in den Ecken stehen, passiert etwas anderes. Etwas, das die ganze Familie betrifft. Denn Unordnung und Zwischenlager im Haushalt können schnell zu echten Familienkonflikten führen.

1. Finanzielle Konflikte durch Unordnung

Weil niemand mehr weiß, was eigentlich vorhanden ist, wird vieles doppelt oder dreifach gekauft. Neue Kleidung, Werkzeug, Spielsachen. Gleichzeitig stapelt sich im Keller das, was längst reichen würde. Irgendwann wird das Geld knapp. Diskussionen entstehen: „Warum schon wieder gekauft?“ oder „Das hätten wir gar nicht gebraucht!“ So wächst der Frust auf beiden Seiten.

2. Kein Platz für Kinder und gemeinsames Leben

Wenn Zwischenlager Wohnräume besetzen, fehlt Platz für das, was wirklich wichtig ist: Bewegung, Spiel, gemeinsame Zeit. Kinder können nicht mehr frei spielen, weil überall etwas steht. Der Esstisch wird zur Ablagefläche, das Sofa zum Wäscheberg. Das Zuhause, das Geborgenheit geben sollte, wird eng und belastend.

3. Eheprobleme durch Chaos im Zuhause

Mit der Enge wächst auch die Spannung. Einer will aufräumen, der andere kann oder will nicht. Manchmal aus Überforderung, manchmal aus Scham oder Angst, etwas Falsches zu entscheiden. Gespräche enden in Vorwürfen oder Schweigen. Es entsteht Distanz. Das Zuhause, das eigentlich verbinden sollte, wird zum Ort, an dem sich alle zurückziehen, jeder in sein eigenes kleines Eck.

Logo  als Platzhalter zum Thema Zwischenlager: Esther Schippert Ordnungs-Training

Ordnung beginnt mit Verständnis, nicht mit Ausmisten

Der Teufelskreis der Zwischenlager ist nicht nur eine Frage der Ordnung. Es ist eine Frage von Raum, Würde und Beziehung. Denn jedes Zwischenlager steht auch für ein ungelöstes Thema: Überforderung, Unsicherheit, Zeitmangel oder den Wunsch, einfach nur kurz durchzuatmen.

Der erste Schritt aus diesem Kreislauf beginnt nicht mit Ausmisten, sondern mit Hinschauen. Mit dem Satz: „Ich will verstehen, warum ich das so mache.“ Und dann, Stück für Stück, entsteht wieder Raum, im Zuhause und in der Familie.

Wenn du dich in dieser Beschreibung wiedererkennst, ist das kein Zeichen von Schwäche. Es ist ein Zeichen, dass du bereit bist, etwas zu verändern. Du musst das nicht allein schaffen. Schritt für Schritt lässt sich jeder Raum zurückgewinnen.

Kostenloses Erstgespräch

Mehr Blogartikel findest du hier: Weiterlesen…