Verschenke-Apps: Wenn Loslassen zur Falle wird

Die versteckte Falle der Verschenke-Apps – warum sie Menschen im Messie-Spektrum mehr schaden als helfen

Verschenke-Apps oder Gruppen wie jene auf Facebook oder anderen Plattformen wirken auf den ersten Blick umweltfreundlich, sozial und sinnvoll. Doch für Menschen im Messie-Spektrum können sie zu einer echten Falle werden: psychologisch, emotional und ganz praktisch.

In diesem Beitrag erfährst du, warum diese Apps und FB- Gruppen dir nicht beim Loslassen helfen, was sie in deinem Kopf auslösen und wie du da rauskommst.

Die Verlockung: „Ich tu doch was Gutes!“

Viele Menschen glauben, sie würden durch das Verschenken ihrer Dinge einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Schließlich landet der Gegenstand nicht im Müll. Das fühlt sich gut an.
Doch dieser Gedanke ist trügerisch. Er lenkt davon ab, dass nicht das Wegwerfen das eigentliche Problem ist, sondern das zu viel Kaufen davor.

Und genau hier liegt der Haken: Wenn du ständig versuchst, deine Dinge „noch sinnvoll“ loszuwerden, vermeidest du die ehrliche Auseinandersetzung mit deinem Konsumverhalten.
Die Verantwortung wird nach außen verlagert. An eine anonyme Person, die den Gegenstand vielleicht abholt. Du musst ihn nicht selbst entsorgen. Und das beruhigt kurzfristig das schlechte Gewissen.

Psychologische Wirkung: Die Entscheidung wird verschoben

Menschen im Messie-Spektrum haben oft Schwierigkeiten mit dem Entscheiden. Verschenke-Apps wirken hier wie eine Krücke. Sie geben das Gefühl, man habe sich entschieden, ohne wirklich innerlich loszulassen.

Die Folge:
Du hängst fest in einem Zwischenzustand. Der Gegenstand ist noch da. Du hast ein Foto gemacht, einen Text geschrieben, aber es ist noch nichts passiert. Und wenn niemand kommt? Dann bleibt er wieder liegen. Und das schlechte Gefühl kommt zurück.

Der Teufelskreis: Konsum, Verdrängung und neue Impulse

Hinzu kommt: Wer solche Apps nutzt, wird oft selbst wieder zum Konsumenten. Gratis-Angebote wecken neue Impulse, genau nach dem Motto: „Es kostet ja nichts. Und es ist gut für die Umwelt.“

Doch Achtung: Das ist reiner Selbstbetrug.
Es geht nicht mehr um das, was du brauchst. Es geht um das Gefühl, etwas Gutes zu tun. Und das trübt den Blick auf das eigentliche Problem: Überforderung durch zu viele Dinge, egal ob gekauft oder verschenkt bekommen.

Zeit- und Nervenfresser statt Hilfe

Ein weiterer Punkt: Das Verschenken braucht Zeit. Viel Zeit.
Du machst Fotos, schreibst Texte, kommunizierst mit Interessierten. Dann organisierst die Übergabe oder gehst sogar zur Post. Und oft endet es mit Frust, weil niemand erscheint oder etwas schief läuft.

Frage dich ehrlich:
Ist es das wert? Willst du deine Energie wirklich so einsetzen? Oder könnte deine Zeit für dich selbst viel wertvoller sein?

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Tipps, wie du aus dem Selbsttäuschungs- Kreislauf aussteigen kannst

  • Sag dir selbst: „Nicht alles muss gerettet werden.“ Es ist okay, wenn ein Gegenstand keinen neuen Besitzer mehr findet. Du darfst Dinge loslassen, auch wenn sie noch „gut“ sind. Dein Wohlergehen ist wichtiger als das Weiterleben eines alten Toasters.
  • Erkenne den wahren Wert deiner Zeit: Stell dir vor: Du schreibst einen Text, machst Fotos, beantwortest Nachrichten, wartest vergeblich. Und am Ende steht der Gegenstand immer noch da. Diese Zeit könntest du auch für dich nutzen. Vielleicht für einen Spaziergang. Für Ruhe. Für einen echten Neuanfang.
  • Mach Schluss mit dem schlechten Gewissen beim Wegwerfen: Wegwerfen ist nicht automatisch schlecht – vor allem, wenn es dir hilft, dich zu entlasten. Der eigentliche Umweltschutz beginnt beim weniger Kaufen, nicht beim krampfhaften Weiterverschenken. Du darfst da umdenken.
  • Erkenne: Die App ist nicht dein Ausweg – sondern oft deine Bremse: Wenn du merkst, dass du Dinge nur „weggeben willst, aber irgendwie nie schaffst“,  dann blockiert dich die App. Sie gaukelt dir vor, dass du schon etwas tust, aber in Wahrheit hält sie dich auf. Das darfst du durchschauen.
  • Reduziere bewusst deine App-Nutzung: Setze dir konkrete Regeln: z. B. nur einmal pro Woche in die App schauen oder nur drei Gegenstände pro Monat online stellen. So wird die App wieder zu einem Werkzeug und nicht zur Ablenkung oder Selbsttäuschung.
  • Mach eine Liste: Was ist mir wirklich wichtig? Bevor du überhaupt über das „Wohin mit den Dingen“ nachdenkst, mach dir klar: Was ist mir wirklich wichtig im Leben? Weniger Dinge, mehr Klarheit? Mehr Zeit für mich? Diese Liste kann dir helfen, bei jedem Gegenstand eine ehrlichere Entscheidung zu treffen. Für dich und nicht für dein schlechtes Gewissen.

Also: Sei ehrlich zu dir und entscheide dich für dich!

Verschenke-Apps und – Gruppen können eine gute Idee sein. Aber nicht für jede Lebensphase und nicht für jeden Menschen.
Wenn du im Messie-Spektrum unterwegs bist, dann darfst du ganz bewusst sagen: Ich nehme mir jetzt den Raum, mich selbst und meine Bedürfnisse ernst zu nehmen. Statt mein Gewissen mit scheinbar umweltfreundlichen Lösungen zu beruhigen.

Denn echte Veränderung beginnt da, wo du ehrlich zu dir selbst bist.
Und das ist kein Rückschritt. Sondern ein wichtiger Schritt nach vorn.

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