Wer proaktiv handelt, kommt raus aus der Erstarrung im Messie-Spektrum. Erfahre wie du trotz Messie-Syndrom ins Tun kommst, was die Opferrolle dir wirklich bringt und warum das ein Schlüssel zum Wandel ist
Viele Menschen im Messie-Spektrum fühlen sich wie in einem Teufelskreis gefangen. Die Wohnung ist überfüllt, der Druck wächst, und gleichzeitig scheint der Ausweg unerreichbar. In solchen Momenten ist es verständlich, dass man resigniert. Doch genau hier liegt ein Knackpunkt: Wer dauerhaft in der Opferrolle bleibt, schneidet sich selbst von der Chance auf Veränderung ab.
Die Opferrolle oder wenn der Schmerz zum Zuhause wird
Vielleicht kennst du das: Du erzählst einem vertrauten Menschen von deiner Situation, und die Worte fließen ganz leicht. Du kannst gut erklären, warum es so schwer ist. Warum der Anfang unmöglich erscheint. Warum gerade jetzt nicht der richtige Moment ist.
Diese Fähigkeit, die eigene Lage differenziert zu beschreiben, ist eine Stärke. Sie zeigt, dass du reflektiert bist und viel über dich weißt. Aber sie kann auch zu einer Art Klagemauer werden, die du selbst mit Stein auf Stein höher ziehst. Wer immer nur beschreibt, wie schlimm alles ist, bleibt im Schmerz. Und: Es wirkt auf andere schnell, als würde man nichts verändern wollen.

Wie wirkt es auf andere, wenn du dich als Opfer präsentierst?
Wenn du dich oft beklagst, ohne etwas zu verändern, reagieren Menschen irgendwann auf eine bestimmte Weise:
- Sie fühlen sich hilflos und ziehen sich zurück.
- Sie nehmen dich nicht mehr ernst.
- Sie denken, du willst gar keine Hilfe, sondern nur Mitleid.
Das tut weh, vor allem wenn du innerlich sehr wohl den Wunsch nach Veränderung spürst. Und trotzdem einfach nicht weißt, wie du es schaffen sollst. Darum ist es so wichtig, einen kleinen Schritt in die andere Richtung zu gehen: hin zum proaktiven Handeln.
Was bedeutet „proaktiv“ und warum ist es so wertvoll?
Proaktiv sein heißt: Ich warte nicht, bis alles perfekt ist oder jemand mich rettet. Ich handle, auch wenn ich Angst habe. Auch wenn ich noch nicht weiß, wie alles ausgehen wird.
Proaktive Menschen:
- nehmen ihre Gefühle ernst, aber bleiben nicht darin stecken.
- stellen sich die Frage: Was kann ich selbst tun, auch wenn es nur klein ist?
- übernehmen Verantwortung für ihren Teil ohne sich zu überfordern.
Das bedeutet nicht, dass du plötzlich alles allein schaffen musst. Sondern: Dass du deinen Teil erkennst und beginnst, ihn zu gehen.
Die Vorteile, wenn du proaktiv wirst
- Du wirst handlungsfähig. Plötzlich merkst du: Du kannst etwas bewegen. Vielleicht nicht alles auf einmal, aber etwas.
- Du fühlst dich stärker. Mit jedem Schritt wächst dein Selbstvertrauen. Du bist nicht nur Opfer der Umstände, sondern Mitgestalter deines Lebens.
- Du wirkst anders auf andere. Menschen sehen deinen Einsatz, deine Bereitschaft und helfen oft lieber, wenn sie merken, dass du dich bewegst.
- Du kommst raus aus der Endlosschleife. Jeder proaktive Schritt unterbricht das ewige Kreisen um dieselben Gedanken.

Ein Beispiel aus der Praxis
Saskia, 47, lebt seit Jahren mit vollgestellten Zimmern. Sie weiß sehr genau, warum sie nicht loslassen kann. Sie erzählt davon oft, auch in der Selbsthilfegruppe. Doch es ändert sich nichts. Eines Tages beschließt sie, nicht mehr nur zu reden, sondern etwas zu tun. Sie bittet eine Freundin, ihr jeden Freitag beim Ausmisten einer einzigen Schublade zu helfen. Am Anfang ist es hart. Aber nach drei Wochen merkt sie: Es geht. Und sie wird mutiger. „Ich dachte immer, ich kann nicht. Aber ich habe gelernt: Ich muss nicht alles allein schaffen. Ich muss nur anfangen.“
Kleine Schritte raus aus der Opferrolle im Messie-Spektrum
Hier ein paar Impulse, wie du proaktiv werden kannst, ohne dich zu überfordern:
- Formuliere Sätze aktiv: Statt „Ich kann das nicht“ → „Ich probiere aus, ob ich es mit Hilfe schaffen kann.“
- Fang klein an: 5 Minuten aufräumen sind besser als 0. Jeder Schritt zählt.
- Such dir Verbündete: Frag nach Begleitung statt nach Lösungen. Menschen helfen gern, wenn sie merken, du bist bereit.
- Achte auf deine Sprache: Klage dich nicht selbst an. Aber sei ehrlich mit dir. „Es ist schwer, aber ich versuche es“ ist stärker als „Es geht halt nicht.“
Proaktiv sein ist ein Geschenk an dich selbst!
Die Opferrolle fühlt sich manchmal sicher an. Sie schützt dich vor Enttäuschung, aber sie nimmt dir auch die Hoffnung. Wenn du beginnst, kleine Schritte zu gehen, ändert sich nicht nur dein Umfeld, sondern auch dein inneres Erleben. Du musst nicht alles können. Aber du darfst in deinem Tempo Verantwortung übernehmen, mit deinen Möglichkeiten. Und das ist oft viel mehr, als du selbst glaubst.
Suchst du Begleitung auf deinem Weg?
In meinen Beratungen unterstütze ich dich dabei, proaktive Schritte zu finden, die zu dir passen. Ohne Druck, aber mit echter Veränderung. Melde dich gern für ein unverbindliches Kennenlerngespräch.
Mehr zum Thema Selbsthilfe findest du in meinem Blog: Hier klicken…