Kreatives Tagebuch

Neue Wege zu dir selbst mit einem kreativen Tagebuch Vielleicht hast du es auch schon versucht: ein Dankbarkeitstagebuch, ein Glückstagebuch, Affirmationen, Selbstreflexion in schönster Handschrift … und nach ein paar Tagen war’s vorbei. Weil es dir zu langweilig war. Oder zu leer. Oder weil du dich gefragt hast, ob das, was du aufschreibst, überhaupt etwas bedeutet.

Wenn du damit haderst, bist du nicht allein. Vielen Menschen, beispielsweise mit ADHS oder Depressionen, fällt es schwer, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Oder es fühlt sich falsch an, sie in Listen und Sätze zu pressen.  Vielleicht, weil es sich wie eine Erwartung anfühlt: Ich soll mich jetzt auch noch positiv entwickeln. Mich selbst entdecken. Jeden Tag reflektieren…

Ich kenne das gut. Und ich möchte dir sagen:
Du musst überhaupt nichts.
Und: Es gibt andere Wege zu dir selbst. Sanftere. Freiere. Kreative.

Warum das mit dem Schreiben nicht für alle passt

  • Vielleicht fühlst du viel, aber es ist schwer, dafür klare Begriffe zu finden.
  • Vielleicht warst du oft unter Druck, dich erklären zu müssen. Da ist es kein Wunder, wenn „Tagebuchschreiben“ sich wie Leistung anfühlt.
  • Oder dein inneres Erleben ist so fein, so verwoben, dass Worte zu grob erscheinen. Wie mit dicken Handschuhen etwas zerbrechlich Feines aufheben.

Das ist nicht falsch. Das ist besonders.

Was stattdessen helfen kann: Gestalten statt schreiben

Ein Stift. Eine Farbe. Ein leerer Kreis.
Ein Wesen mit Ohren, das deine Müdigkeit trägt.
Ein Farbklecks, der den Tag besser spiegelt als Worte es je könnten.

Vielleicht ist dein Weg zur Selbstfürsorge kein geschriebenes Wort, sondern eine Linie.
Vielleicht heißt deine Antwort nicht „Ich bin dankbar“, sondern: ein sanft verwischter Kreis in Ocker.

Das ist genauso gültig. Genauso heilend.

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Ein paar kreative Ideen für dich – ohne Druck, ohne Müssen für dein Tagebuch

Die Gefühlslinie

Zieh eine Linie pro Tag. Sie darf zittrig, schwungvoll, unterbrochen oder wirr sein. Du kannst sie anschauen und sagen: So sieht’s heute aus.

Der Farbklecks

Nimm eine Farbe, die du spontan magst und male einen Fleck. Groß, klein, chaotisch, weich. Spür beim Malen, wie du langsam da bist.

Das innere Wesen

Lass ein kleines Wesen entstehen. Ein Tier, ein Schatten, ein Fantasiewesen. Vielleicht trägt es deine Überforderung. Vielleicht hilft es dir. Du musst ihm keinen Namen geben. Nur Raum.

Statt Tagebuch: ein Satz an dich

Wenn du Worte brauchst, dann nur einen Satz:

„Ich seh dich.“
„Du hast viel getragen.“
„Es ist okay, müde zu sein.“

Mehr nicht. Und vielleicht auch das nur manchmal.

Ich selber nutze gerne Neurographik. Hier kannst du sehen was das ist: Ingrid Werner erklärt es in Youtube

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Und wenn gar nichts geht?

Dann ist auch das okay! Vielleicht ist dein Ausdruck gerade das Nicht-Ausdrücken, sondern das Einrollen. Das Aushalten. Das Atmen. Und auch darin bist du würdig, geliebt, ganz.

Zum Schluss ein leiser Gedanke für dich:

  • Du musst dich nicht immer besser verstehen.
  • Du musst dich nicht entwickeln, sortieren, erklären.
  • Du darfst einfach hier sein. In deinem Tempo. Mit deinem Ausdruck.

Und wenn du Lust hast, nimm einen Stift. Und wenn nicht, nimm dich in den Arm. Innen oder außen.

Ich wünsche dir einen Raum, der weich ist. Einen Blick, der dich nicht bewertet.
Und einen Moment, in dem du spürst: Ich darf einfach sein.

Mehr Tipps und Infos findest du in meinem Blog. Hier klicken…