Welche Faktoren führen zu einer falschen Wahrnehmung der eigenen Wohnsituation eines Menschen mit Messie-Syndrom?
Beim Messie-Syndrom können verschiedene Faktoren zu einer „falschen“ Wahrnehmung der eigenen Wohnsituation führen.
Hier sind einige mögliche Einflussfaktoren:
- Emotionale Bindungen: Menschen mit Messie-Syndrom können starke emotionale Bindungen zu ihren Besitztümern haben. Sie können Gegenständen einen hohen emotionalen Wert beimessen und diese mit Erinnerungen, Sicherheit oder Trost verknüpfen. Dadurch wird die Wahrnehmung der eigenen Wohnsituation verzerrt, da die emotionalen Bindungen den Blick auf die Realität verzerren können.
- Angst vor Verlust: Das Messie-Syndrom kann mit einer ausgeprägten Angst vor Verlust einhergehen. Menschen mit dieser Störung fürchten oft, wichtige Informationen, Erinnerungen oder Chancen zu verlieren, wenn sie Gegenstände wegwerfen oder organisieren. Diese Angst führt dazu, dass sie übermäßig viele Dinge aufbewahren, auch wenn sie keinen praktischen Wert haben.
- Perfektionismus und Entscheidungsangst: Menschen mit Messie-Syndrom können oft unter hohem Druck stehen, perfekt zu sein oder die „richtigen“ Entscheidungen zu treffen. Sie haben Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen und Gegenstände loszulassen, da sie befürchten, etwas Wichtiges zu verpassen oder einen Fehler zu machen. Diese Entscheidungsangst und der Perfektionismus können dazu führen, dass die Unordnung und das Chaos in der Wohnung zunehmen.
- Vermeidungsverhalten: Menschen mit dem Messie-Syndrom können bestimmte Aufgaben wie Aufräumen, Sortieren oder Entsorgen von Gegenständen vermeiden, da diese Aktivitäten mit Unbehagen, Überforderung oder Angst verbunden sind. Durch das Vermeiden dieser Aufgaben wird die Unordnung in der Wohnung verstärkt, und die Wahrnehmung der eigenen Wohnsituation wird weiterhin verzerrt.
- Kognitive Verzerrungen: Kognitive Verzerrungen sind Denkmuster, die unsere Wahrnehmung und Interpretation der Realität beeinflussen. Menschen mit dem Messie-Syndrom können bestimmte kognitive Verzerrungen aufweisen, wie zum Beispiel „Sentimentale Wertigkeit“ (das Überbewerten von sentimentalen Aspekten von Gegenständen) oder „Katastrophisieren“ (die Überbewertung der möglichen negativen Konsequenzen des Wegwerfens von Gegenständen). Diese Verzerrungen beeinflussen die Wahrnehmung ihrer Wohnsituation und verstärken das Verhalten des Sammelns und Aufbewahrens.

Es ist wichtig zu beachten, dass diese Faktoren von Person zu Person variieren können und dass jeder Fall individuell ist. Die genaue Kombination und Ausprägung der Faktoren kann bei jedem Menschen mit Messie-Syndrom unterschiedlich sein und erfordert eine individuelle Behandlungsstrategie, um eine Veränderung herbeizuführen.
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